Der Special Sailing e. V., der von leidenschaftlichen und erfahrenen Skippern gegründet wurde, hat sich darauf spezialisiert, Menschen mit besonderen Bedürfnissen pädagogische Segelprojekte und eindrucksvolle maritime Erfahrungen zu ermöglichen. Die unvergesslichen Segelreisen werden stets individuell für alle Teilnehmenden angepasst und finden meist in einer Flottille (mit mehreren Booten) statt.
Solch eine fantastische Zeit auf hoher See durften unsere Bewohner*innen Thomas Mü., Kevin, Angelina, Thomas B., Sophie und Thomas Ma. aus den Wohnheimen Leutstettener Straße und Prinzenweg sowie aus dem Ambulant Unterstützten Wohnen vergangenen Juli erleben. Die Betreuerinnen Paula und Michèle sowie die Skipper Andreas und Markus begleiteten sie.
In den Tagen vor Reisebeginn kletterte die Aufregung immer weiter nach oben, bis es endlich so weit war: Nach einer langen Anreise auf die Insel Krk bezogen die Teilnehmer*innen endlich ihre vier Segelboote in der Marina Punat und richteten sich in ihren Kojen gemütlich ein. Zur Überraschung aller gehörte sogar ein Katamaransegler zu der Flottille.
Von nun an verbrachten die Reisenden fast jeden Urlaubstag auf der Adria und bestaunten die vielen malerischen Inseln. Die Route führte vorbei an der Insel Cres bis hinunter zur Insel Rab. Mittendrin ankerten sie in einer idyllischen Bucht, wo sie ein paar fantastische Badetage verbrachten. Mit Stand-up-Paddle, Schlauchboot und Schwimmeinheiten rund um die Boote genossen alle den Badespaß in vollen Zügen.
Darüber hinaus durften alle Teilnehmer*innen das Steuern der Segelboote und das Funken zu den anderen Booten ausprobieren, das Knoten üben, Fender aufknoten oder unter Deck verstauen sowie beim An- und Ablegen helfen. Der Bewohner Thomas Mü. war so geübt, dass er sein Boot sogar bei Windstärke 4 bis 5 noch furchtlos und sicher über das Meer steuerte. Mutig waren aber auch alle anderen, als sie trotz Schräglage der Boote entspannt blieben und sich auf das Abenteuer einließen.
Am vierten Tag jagte das Wetter jedoch allen einen kleinen Schreck ein: Sturmwind Bora hatte sich angekündigt und so segelten alle schleunigst zur Insel Rab, um in einem schützenden Hafen anzulegen. Um vier Uhr morgens war es dann so weit: Gewitter und Regen zogen auf, die Boote wurden ordentlich durchgeschüttelt. Alle beruhigten sich gegenseitig, schlossen alle Luken und verkrochen sich jeweils zu zweit in den heimeligen Kojen. Die darauffolgenden Tage verbrachten die Teilnehmer*innen auf der Insel und besichtigten die wunderschöne Altstadt, die sie zuvor schon vom Meer aus bestaunen konnten.
Einen würdigen Abschluss fand das Segelabenteuer mit einem üppigen Captain's Dinner. Ein besonderes Highlight war, dass der Skipper Andreas an diesem Tag Geburtstag hatte. Alle feierten ausgelassen, aßen, tranken und tanzten gemeinsam im Garten eines Lokals, bevor es zurück nach Hause ging.
Die Freiheit auf dem Wasser, das bewusste Erleben der Natur und das bereichernde Gemeinschaftsgefühl machten die Segelreise zu einem wundervollen Erlebnis, an das sich alle Teilnehmer*innen noch lange erinnern werden.